Das ist die positive Nachricht des Tages: Ulrike Liebel hat ihr erstes Buch „Lulu auf der Suche nach ihrem Königreich“ veröffentlicht. Was auf den ersten Blick wie ein Kinderbuch anmutet, täuscht. Das Buch hat einen ernsten Kern, der zum Nachdenken anregt. Der Untertitel „Eine Geschichte über die Wesenheit der Ängste“ trifft den Inhalt ziemlich gut.
Vor vier Jahren dachte sich die Waldseerin „ich will etwas machen, das bleibt“. Und so entstand die Idee, ein Kinderbuch zu schreiben. Schnell merkte die 47-Jährige, dass ihre tierischen Charaktere tiefsinnige Gedanken mit sich bringen und für eine Vielzahl von Ängsten stehen. „Aber wenn man die Angst akzeptiert, kann man damit umgehen“, zeigt Liebel eine Quintessenz des Buches auf.
Zum Inhalt
Zum Inhalt: Die kleine Lulu macht sich auf die Reise, denn sie möchte ihr eigenes Königreich und damit zu sich selbst finden. Dabei trifft sie verschiedene Tiere, die allerhand Ausreden haben, um Lulu nicht zu helfen oder zu begleiten. So trifft sie beispielsweise auf den Papagei, der sich gegen die Freiheit und damit gegen die Ungewissheit und für sein Leben im Käfig entscheidet. „Die Frage, was hat sie auf ihrer Reise gelernt und kommt sie an ist gleichzeitig die Antwort“, erklärt Liebel und lässt das Ende damit offen.
Inspiriert wurde Liebel vom Leben selbst: „Ich beschäftigte mich gerne mit Menschen und manchmal braucht es etwas, um sie zu verstehen.“ Eigenheiten und Besonderheiten greift sie im Buch auf und verführt dazu, sich selbst in dem ein oder anderen Tier wiederzufinden. „Je öfter man das Buch liest, desto mehr kommt man auf den Inhalt“, schürt die Waldseerin Lust zum Lesen.
Die Grafikerin hat ihr Buch zudem selbst illustriert und Wert darauf gelegt, die Zeichnungen nicht vollends perfekt wirken zu lassen. „Die Bilder sollen bunt sein und lebendig, aber nicht zu starr“, verdeutlicht Liebel ihre Intention der mit Buntstift sowie Pigmentfarben gemalten Zeichnungen.
Dass sie einmal ein eigenes Buch veröffentlichen wird, damit hätte die Tochter des verstorbenen Verlegers Adolf Liebel nicht gerechnet. „Ich habe zwar mit meinem Vater einmal einen Foto-Bildband über Bad Waldsee gemacht, aber da konnte ich den Inhalt nicht definieren.“ Das ist bei ihrem eigenen Buch nun etwas anderes und so kann die Mutter stolz auf ihr Erstlingswerk sein. Die siebenjährige Tochter Carla (7) hat jedenfalls Freude beim Durchblättern und dem Anblick der Bilder. „Es ist schon toll, dass durchgezogen zu haben“, sagt Liebel mit Blick auf das aufgeschlagene Buch, das im Selbstverlag erschienen ist und hofft darauf, so manchen Leser zum Nachdenken anzuregen. Und vielleicht ergibt sich aus der ein oder anderen Tierbegegnung im Erstlingswerk in der Zukunft noch ein weiteres Buch.
Von Wolfgang Heyer